TESTABENDGYMNASIUM DER STADT MÜNSTER
 WEITERBILDUNGSKOLLEG FÜR BERUFSTÄTIGE
Außenstelle RHEINE

 

Paten, Pasta und Palermo 

Die Studienfahrt des Abendgymnasiums in Rheine nach Sizilien

 „Heureka“ (Ich hab’s) – mit diesem Ausruf soll einst Archimedes nass und nackt durch die Straßen seiner Heimatstadt Syrakus gelaufen sein, nachdem er das nach ihm benannte Prinzip der Wasserverdrängung durch eintauchende Körper in der Badewanne entdeckt hatte. Und die Heimatstadt des berühmten griechischen Mathematikers und Physikers lag – auf Sizilien.

Dies und viele weitere interessante Details über die Insel im Zentrum des Mittelmeeres erfuhren die 26 Studierenden und Lehrer des Abendgymnasiums in Rheine auf ihrer Studienfahrt nach Sizilien. Acht Tage dauerte die Fahrt und es war eine Zeitreise durch die Geschichte des Mittelmeerraumes. Denn auf Sizilien, an der Stiefelspitze Italiens, haben alle Völker, die im Verlauf vergangener Jahrtausende das Mittelmeer beherrschten, eindrucksvolle Spuren hinterlassen: Die Griechen etwa im imposanten Tempelkomplex von Agrigent oder die Römer in der Villa del Casale, mit ihren aus 30 Millionen Mosaiksteinchen bestehenden Bodenmosaiken. Eines der Mosaiken stellt sporttreibende Mädchen dar, die Bikinis tragen – ein Beleg, dass dieses weibliche Kleidungsstück auch bereits im alten Rom bekannt war. In der normannischen Cappella Palatina und im Dom von Monreale waren es die goldgleißenden Wandmosaiken, welche die Studienfahrer in ihren Bann zogen. Und im Dom von Palermo standen die Abendgymnasiasten am Grab des deutschen Kaisers Friederich II von Hohenstaufen, der auf Sizilien geboren wurde und hier aufwuchs.

Neben Kultur bot Sizilien den Studienfahrern aber auch eine faszinierende landschaftliche Vielfalt: Zerklüftete Felsküsten und azurblaue Lagunen, schroffe Gebirgszüge mit wildromantischen Schluchten im Inselinneren und natürlich Vulkane, allen voran der mit über rund 3330 m Höhe mächtigste aktive Vulkan Europas, der Etna.

Die Besteigung dieses Feuerberges führte den Studienfahrtteilnehmern die in vielem zutage tretende Widersprüchlichkeit Siziliens anschaulich vor Augen: Am Fuße des Etna noch ging die Fahrt durch üppige Orangenplantagen und Weinberge. Beim weiteren Aufstieg durchquerte man schwarz-schroffe Lavaströme und, inmitten der Lava, zerstörte Häuser und Hotels. In rund 2500 m Höhe wanderten die Abendgymnasiasten dann durch meterhohe Schneefelder, um am Krater des Ausbruchs von 2002 mit Schwefeldämpfen und Temperaturen von 300 °C in nur rund 30 cm Bodentiefe konfrontiert zu sein.

Neben der Fülle kultureller und landschaftlicher Höhepunkte blieb aber auch noch Zeit, die reichlich scheinende sizilianische Sonne am Hotelpool zu genießen. Zudem konnte man sich bei einer Weinprobe von der Qualität der sizilianischen Rebensäfte überzeugen.

Dass nach nur acht Tagen die Heimreise angetreten werden musste, hat wohl jeder Studienfahrtteilnehmer als viel zu früh empfunden. Und es bedurfte nicht des honigsüßen Gesanges der auf Sizilien beheimateten Sirenen, mit dem diese einst Odysseus zur Landung auf der Insel bewegen wollten, dass die Studienfahrer einhellig der Meinung waren: Sizilien ist mehr als nur eine Reise wert!

Bilder:

       Die Studienfahrtteilnehmer/innen des Abendgymnasiums in Rheine vor dem Dom von Palermo    

        Der Concordia-Tempel in Agrigent

    Die Bikini-Mädchen in der Villa Romana del Casale                Der Etna