2574 Schulstunden bis zum Abitur

Abendgymnasium in Rheine entlässt Abiturientia 2001

Wer ist bereits erwachsen und drückte dennoch wieder drei Jahre lang die Schulbank? Wer verbrachte während dieser drei Jahre 2574 abendliche Schulstunden in den Klassenräumen des Kopernikus-Gymnasiums und legte während dieser Zeit in den Fluren und Gängen des Schulgebäudes 231 km zu Fuß zurück? Wer konsumierte in den Pausen 3126 Tassen Kaffee oder Tee? Und wer füllte 1080 Blatt Papier mit mathematischen Formeln, englischen Vokabeln, Mendelschen Regeln und den Nebenflüssen des Amazonas? - Die Antwort: „Eine jede Abiturientin und eine jeder Abiturient der Abiturientia 2001 des Abendgymnasiums in Rheine."

Diese und weitere verblüffende Kennziffern ihrer am Abendgymnasium verbrachten Zeit präsentierten die 29 Abiturientinnen/en und Fachabiturientinnen/en des Abendgymnasiums ihren Lehrern, Freunden und Verwandten im Rahmen der Abiturfeier in den festlich gestalteten Räumen des „Kleingartenvereins Waldhügel".

Doch nicht trockenes Zahlenwerk, sondern ein bunter Reigen aus Darbietungen, Musik und Tanz prägte bis in die frühen Morgenstunden die Abschlussfeier der Abiturientia 2001.

So ließen die Abiturienten in einer launigen Imitation der Quizshow „Wer wird Millionär" ihre Lehrer über Fragen wie dieser brüten: „Wie nennt man ein kaltes Mischgetränk aus Rotwein, Zucker und Orangensaft? – Pastor, Bischoff, Kardinal oder Pabst?" Die richtige Antwort (Bischoff) konnte auch unter Einsatz des Publikums-Jokers nicht ermittelt werden.

Die Ballettdarbietung der Fachabiturientia zum aktuellen BAP-Song „Aff un zo" animierte zum Mitschunkeln. Wobei die erste Zeile des Liedtextes „Aff un zo is alles herrlich, aff un zo och janz erbärmlich" die Gefühle vieler Abiturientinnen und Abiturienten während ihrer Zeit am Abendgymnasium treffend zusammenfasste.

In ihren Festreden erinnerten denn auch Jörg Schwamborn, Leiter der Außenstelle Rheine, und Helmut Börgmann, Leiter des Abendgymnasiums Münster, einerseits an die Mühen, die die Abiturienten und Fachabiturienten bis zum Erreichen des angestrebten schulischen Abschlusses auf sich nehmen mussten, indem sie neben Beruf und Familie Abend für Abend die Schulbank drückten. Andererseits, so hoben beide Festredner hervor, beinhaltete die Zeit am Abendgymnasium jedoch auch viele Momente der Freude und des Erfolgs. Gemeinsam wurden neue Horizonte erschlossen. Und mit dem Erreichen des angestrebten Abschlusses stehen den Abiturienten und Fachabiturienten nun vielfältige neue Wege zur Gestaltung ihrer beruflichen Zukunft offen.

In der ansprechend gestalteten Abiturzeitung fassten die Abiturienten ihre Erfahrungen am Abendgymnasium schließlich mit den folgenden Worten zusammen:

„Besonders erwähnt sei noch einmal die freundliche Art des kompletten Lehrerkollegiums, das einen nicht fühlen ließ, dass man eigentlich „nur" der Schüler war, nein, im Gegensatz zum Tagesgymnasium fühlte man sich hier als Gleichgestellter. ... Kameradschaftlich verhielten sich viele Lehrer, der Eindruck (entstand), dass diesen das Lehren noch Spaß macht. ... Wir hoffen, dass ... noch viele interessierte Menschen ... auf dem Zweiten Bildungsweg ihr Abitur erwerben."