„Statt zu lamentieren die Zukunft gestalten"

 

Abendgymnasium in Rheine entlässt Abiturientia 2003

Was haben Gerhard Schröder, Norbert Blüm und die 20 Abiturienten/innen und Fachabiturienten/innen des Abendgymnasiums in Rheine gemeinsam? Sie alle haben ihren Abschluss an einer Schule des Zweiten Bildungsweges erworben. Und damit couragiert die Chance wahrgenommen, das als Erwachsener nachzuholen, was ihnen als Schüler dereinst aus den verschiedensten Gründen verwehrt geblieben ist.

„Man gibt immer den Verhältnissen die Schuld für das, was man ist. Ich glaube nicht an die Verhältnisse. Diejenigen, die in der Welt vorankommen, gehen hin und suchen sich die Verhältnisse, die sie wollen, und wenn sie sie nicht finden können, schaffen sie sie selbst." Mit diesem Zitat des irischen Schriftstellers George Bernard Shaw begann der Leiter des Abendgymnasiums Münster, Helmut Börgmann, seine Abiturrede. Gerade in einer Zeit, in der das Lamentieren über die schlechten Verhältnisse in Deutschland zu einem alltäglichen Ritual geworden ist, haben die Abiturienten/innen und Fachabiturienten/innen im Sinne dieser Lebensweisheit gehandelt. Unzufrieden mit ihrer beruflichen Situation sind sie nicht beim Jammern über die „schlechten Verhältnisse" stehen geblieben, sondern haben beherzt die Chance wahrgenommen, diese durch den Besuch des Abendgymnasiums so zu ändern, dass sie ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechen. „Mit dem Abitur- bzw. Fachabiturzeugnis", so schloss der Schulleiter seine Rede, „halten Sie nun die Eintrittskarte für Zukunftsräume in der Hand, die Sie gestalten können, und, so bin ich überzeugt, mutig gestalten werden."

Bevor Jörg Schwamborn, der Leiter der Außenstelle des Abendgymnasiums Münster in Rheine, die Abiturzeugnisse überreichte, zeigte er am Beispiel des Faches Mathematik auf, was die Besonderheit des Lernens am Abendgymnasium ist: Man startet von Grund auf neu, kann alte Ängste vor dem Versagen in bestimmten „Horrorfächern" zurücklassen und entdeckt dabei, dass viel mehr an Können in einem steckt, als man sich selbst in seiner Zeit als Schüler zugetraut hat.

Die Sprecher der Abiturientia, Caroline Stockel und Udo Uhlenbrock, hoben in ihrer Ansprache die große Bedeutung der angenehmen Unterrichtsatmosphäre hervor, die das Lernen am Abendgymnasium in Rheine erleichtert habe. In einem humorigen „Lehrergedicht" charakterisierten sie ihre Lehrer in treffender Weise, hoben deren fachliche Kompetenz und ihr stets offenes Ohr für die Probleme der Studierenden hervor und merkten augenzwinkernd manch kleine Kautzigkeit „ihrer Pauker" an.

Eine Reihe von Darbietungen der Abiturientia sorgten für einen heiteren Rahmen der Abiturfeier. So mussten sich die Lehrer einem kniffeligen Ratespiel à la „Was bin ich" unterziehen und eine Tanzgruppe unter Mitwirkung der Abiturienta bewies, dass neben Beruf und Lernen auch noch Zeit für sportliche Betätigung verblieben ist. Eine „Weltneuheit" stellt die aufwendig gestaltete digitalisierte Abiturzeitung dar – ganz im Zuge der Zeit als CD-ROM und nicht als gedrucktes Werk herausgegeben.

Erwachsene, die ihre Fachhochschulreife oder das Abitur nachholen möchten, haben dazu am Abendgymnasium in Rheine die Möglichkeit. Hier läuft zur Zeit die Anmeldephase für das am 15. September beginnende neue Semester. Anmeldungen sind möglich unter: Außenstelle Rheine des Abendgymnasiums Münster, Tel. 05971/84909, E-mail abendgymnasium@t-online.de oder Internet http://www.abendgymnasium-rheine.de