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Ein Sommermärchen 2007 Abendgymnasium in Rheine entlässt Abiturientia 2007 „Everybody
gets a second chance!“ – „Jeder bekommt eine zweite Chance!“ heißt es
in einem bekannten Popsong. Dies gilt im Leben glücklicherweise an vielen
Stellen, auch in der Schule. Man muss diese zweite Chance nur erkennen und
wahrnehmen. So wie es die Abiturientinnen/en
und Fachabiturientinnen/en des Abendgymnasiums in Rheine getan haben, die
am vergangenen Samstag ihre Zeugnisse entgegennehmen konnten. Sie haben damit
ihre zweite schulische Chance ergriffen und das als Erwachsene auf dem Zweiten
Bildungsweg nachgeholt, was ihnen als Jungendliche einst aus den verschiedensten
Gründen verwehrt geblieben ist. Die Erinnerung an das Sommermärchen 2006 rief der
Leiter der Außenstelle des Abendgymnasiums Münster in Rheine Jörg Schwamborn
in seiner Festrede wach. So wie vor einem Jahr die deutsche Fußballnationalmannschaft
mit ihrer engagierten Leistung viele Kritiker überraschte, so gelang es auch
den Abgängern des Abendgymnasiums mit dem Erreichen des Abiturs / Fachabiturs
viele zu überraschen, die ihnen das vorher nicht zugetraut hätten –
vielleicht sogar sich selbst. Das Geheimnis des Erfolges, so Jörg Schwamborn,
liegt dabei zum einen im beherzten Wahrnehmen der sich bietenden zweiten
Bildungschance, und hier zitierte er Eichendorff’s „Der Taugenichts“:
„Die Trägen, die zu Hause liegen, erquicket nicht das Morgenrot, sie wissen
nur vom Kinderkriegen von Sorgen, Last und Not um Brot.“ Neben Leidenschaft
und Leistungsbereitschaft der Studierenden ist aber auch – wie bei der Fußball-WM
2006 – das engagierte Coachingteam ein Geheimnis des Erfolges. Und zu diesem zählen
nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch die Freunde und Verwandten.
Sie haben über manches Motivationstief hinweg geholfen, das angesichts der
Dreifachbelastung von Beruf, Familie und Schule unweigerlich einmal aufgetreten
ist. Die Abiturientia 2007 steht dabei in einer inzwischen
langen Tradition: In diesem Jahr feiert das Abendgymnasium in Rheine sein 20.
Abitur. 510 Abiturientinnen/en haben hier ihren Abschluss erworben, viele davon
sind heute bereits als Apotheker/innen, Ärztinnen/e, Ingenieure, Lehrer/innen
oder Manager/innen tätig. Der Sprecher der Abiturientia, Sebastian Engbert, hob
in seiner Rede die Bedeutung des Lehrerkollegiums für die angenehme Lernatmosphäre
am Abendgymnasium hervor. Liebevoll zeichnete er die Stärken und augenzwinkernd
manch kleine „Schrulle“ der Lehrerinnen und Lehrer nach. Dabei betonte er,
dass deren Kompetenz, Geduld und Freundlichkeit wesentlich zu Lernerfolg
beigetragen hätten. Der Leiter des
Abendgymnasiums Münster, Helmut Börgmann, machte deutlich, dass das Abitur
oder Fachabitur nur eine erste Etappe auf der Bildungsreise sein kann, die an
der Fachhochschule oder Universität fortgesetzt werden sollte. „So gesehen
ist das Abitur nur die Eintrittskarte in neue und weitere Bildungs- und Lebensräume“,
die man angesichts der im Abitur erbrachten Leistungen aber mit Zuversicht,
Optimismus und Gelassenheit betreten darf.
Ein
Boule-Turnier zwischen der Abiturientia und dem Lehrerkollegium leitete den
inoffiziellen Teil der Abiturfeier ein, der bis in die frühen Morgenstunden
andauerte.
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