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Der „Oktaeder des Grauens“ am Bande
Abendgymnasium in Rheine entlässt Abiturientia 2008 Wer
schaffte es, neben Beruf und Familie allabendlich die Schulbank zu drücken,
ganz so wie der berühmte Hans Pfeiffer aus der Feuerzangenbowle? Wer trotzte
dem „Oktaeder des Grauens“ und den 18 Biologie-Aufgaben, die man mit Hilfe
von acht Materialseiten in nur 180 Minuten lösen musste? Die Antwort ist einfacher
als es die Zentralabiturklausuren waren: Die 24
Abiturientinnen/en und
Fachabiturientinnen/en des Abendgymnasiums in Rheine, die am vergangenen Freitag
ihre Zeugnisse entgegennehmen konnten. Sie haben ihre zweite schulische Chance
ergriffen und das als Erwachsene auf dem Zweiten Bildungsweg nachgeholt, was
ihnen als Jungendliche einst aus den verschiedensten Gründen verwehrt geblieben
ist. Dass dies für die Abiturientia 2008 mit einer
besonderen Hürde verknüpft war, rief der Leiter der Außenstelle des
Abendgymnasiums Münster in Rheine Jörg Schwamborn in seiner Festrede in
Erinnerung. Auf humorvolle Weise zeichnete er am, so sei betont, rein fiktiven
Beispiel seiner Abiturrede die Tücken des Zentralabiturs nach: Denn natürlich
stellt das Kultusministerium zwecks Normierung der schulischen Abschlüsse nicht
nur die Prüfungsunterlagen zentral bereit, sondern auch die dazu passenden
Abiturreden. Und bei deren Abrufung kommt es dann zu den gleichen Problemen wie
beim Zentralabitur auch: Der auf ein enges Zeitfenster beschränkte Download vom
Ministeriumsrechner steckt voller Tücken. Die – selbstverständlich streng
geheim – abgerufenen ministeriellen Abiturreden erweisen sich als unpassend
oder zu schwer oder schlicht zu langatmig. Da rauft sich manch gestandener
Abiturredner die Haare ob so viel Pech und Pannen – und schreibt
dann schließlich doch seine eigene Festrede. Was bleibt von all der
ministeriellen Abiturumsorgung ist allein der behördlicherseits bereitgestellte
Orden „Oktaeder des Grauens“ am Bande, den Jörg Schwamborn allen
Abiturientinnen und Abiturienten
des Abendgymnasiums als Erinnerung an ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes
Abitur 2008 überreichte. Die
Sprecherin der Abiturientia, Frederike Hölscher, hob in ihrer Rede die
Bedeutung des Lehrerkollegiums für die angenehme Lernatmosphäre am
Abendgymnasium hervor. In einigen witzig-ironischen Spielen stellte die
Abiturientia im Anschluss die schauspielerische Begabung und den Humor „ihrer
Pauker“ auf die Probe – die diese mit Bravour bestanden. Bei guter Musik
dauerte der inoffizielle
Teil der Abiturfeier bis in die frühen Morgenstunden, für die Nachtarbeit
gewohnte Abendgymnasiasten eine durchaus übliche Arbeitszeit.
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