In der Wunderwelt des Tropenwaldes

Das Thermometer steht bei konstant 25 °C – Tag und Nacht. Die Luft ist schwül. Feiner Regen perlt von den breit ausladenden Blättern üppiger Tropenpflanzen. Über 90 % Luftfeuchte. Das Atmen fällt schwer. – Nein, dies ist nicht die Beschreibung des Klimas, das Deutschland als Folge der globalen Erwärmung in den kommenden Jahrzehnten zu erwarten hat, sondern der Witterung im Tropenhaus des Burgers Zoo in Arnheim, dem Exkursionsziel des Leistungskurses Erdkunde am Abendgymnasium in Rheine.
Auf ihrer ganztägigen Exkursion spürten die Studierenden den Geheimnissen des Tropenwaldes live nach, die sie zuvor im Unterricht theoretisch kennen gelernt hatten: dem feucht-modrigen nährstoffarmen Boden, tropischen Wasserfällen, der Vielfalt tropischer Nutzpflanzen wie Bananen, Kakao, Bambus oder Reis und der exotischen Tierwelt in Form von Alligatoren, Seekühen oder Wasserschweinen, den großen Vettern der allseits bekannten Meerschweinchen, mit einer Körperlänge von bis zu 1,30 m immerhin die größten Nagetiere der Welt.
Nach der Wanderung durch die schwere Schwüle des Tropenwaldes erschien den Studierenden das Klima im zweiten simulierten Ökosystem des Burgers’ Zoo, der Wüste, geradezu angenehm. Hier wurde auf einer Fläche so groß wie ein Fußballfeld die nordamerikanische Sonora- und Mojave-Wüste nachgebaut. Wer allerdings Sand und Dünen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Denn die Wüste im Burger’s Zoo ist vor allem eine Stein- und Felswüste, so wie das Original in Nordamerika in weiten Teilen auch. Die beeindruckenden Felsformationen sind dabei nicht echt, sondern naturgetreue Nachbildungen aus Beton.
Absolut echt sind hingegen die Tiere, denen man auf dem gewundenen Weg durch die Wüste begegnet: Klapperschlangen (wohlverwahrt hinter Glas), Wüstenfüchse, Wüsteneulen, bunte Kardinäle und freifliegende Truthahngeier vermitteln ein wirklichkeitsnahes Wüstenfeeling. Wie auch die karge Vegetation, in der besonders die Saguaro-Kakteen ins Auge fallen. Ein solcher Kaktus, dessen Erscheinungsbild einem Kerzenleuchter ähnelt, kann bis zu 200 Jahre alt werden. Bei einer maximalen Höhe von über 17 m speichert er in seinem Inneren bis zu 8000 Liter Wasser.
Diese und viele weitere Informationen wurden den Abendgymnasiasten auf ihrer Wanderung durch die Wüstenlandschaft vorgestellt. Am Ende des Weges wartet, in die Felsenlandschaft eingepasst, ein stilechtes mexikanisches Restaurant auf die Exkursionsteilnehmer, in dem bei Nachos, Windbeuteln und mexikanischem Kaffee von den begeisterten Exkursionsteilnehmern eine erste Zwischenbilanz gezogen wurde: Dschungel und Wüste live zu erleben ist eben doch spannender als jeder noch so gut gemachte Unterrichtsfilm.
Am Abendgymnasium in Rheine, an dem Erwachsene die
Fachhochschulreife oder das Abitur erwerben können, beginnen übrigens zur Zeit
die Anmeldungen für das neue Semester. Wer mehr über den kostenfreien Besuch
des Abendgymnasiums erfahren möchte, kann die Schule unter der Nummer
05971/84909, per Email unter Abendgymnasium@t-online.de
oder im Internet unter http://www.abendgymnasium-rheine.de
erreichen.